Inhalt

Lactatdiagnostik

Methoden

Lactatdiagnostik

Bei der Lactatdiagnostik misst man den Milchsäurewert (Lactat) im Blut. Üblicherweise wird hierzu aus dem Ohrläppchen oder aus einer Fingerbeere eine winzige Blutprobe (Microliter!) mit einer Glaskapillare oder einem Teststreifen entnommen. Der Wert wird dann im Labor oder vor Ort mit einem Testgerät bestimmt.

Um eine Leistungsdiagnostik machen zu können, wird der Sportler stufenweise bis zur Erschöpfung belastet und in Ruhe sowie auf jeder Stufe eine Probe genommen. Im Idealfall ist dafür nur eine Blutentnahme erforderlich!

Handelt es sich um einen Fitness- oder Reha-Sportler, so ist keine maximale Ausbelastung erforderlich, da die anaerobe Schwelle auch bei submaximaler Belastung bestimmt werden kann. Auch die Einnahme von Medikamenten (Beta-Blocker) stört nicht.

Aus den gewonnenen Werten entsteht die Lactatkurve, aus der dann die aerobe und die anaerobe Schwelle abgelesen werden können.

Da die Testgeräte sehr klein und widerstandsfähig sind, kann die Lactatdiagnostik auch vor Ort unter realen Bedingungen erfolgen bzw. überprüft werden.

Spiroergometrie

Spiroergometrie

Die Spiroergometrie ist die Messung der Atemgase (Sauerstoff und Kohlendioxid) sowie der Atmung (Atemfrequenz, Atemvolumina) in Ruhe und unter Belastung. Die „äußere Atmung“ (das, was wir üblicherweise unter Atmung verstehen) repräsentiert die „innere Atmung“, d. h. die Funktion der Atmungsenzyme in den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien. Jede Änderung des Energiebedarfs in den Kraftwerken der Muskulatur spiegelt sich so in der äußeren Atmung wieder.

Als Übermittler wirken die Lunge, das Herz und das Blut. Die Spiroergometrie erlaubt damit eine Beurteilung von Lunge, Kreislauf und Muskulatur. Sie ist damit das klassische und auch umfassendste Instrument der Leistungsdiagnostik.

Um die Atmung zu messen, trägt der Sportler eine Maske. Es wird gemessen, wie oft er atmet und wie viele Liter Luft in der Minute eingeatmet werden (Ventilation). Durch einen dünnen Schlauch werden Atemgasproben zu einem Sauerstoffsensor geleitet, der den Gehalt an Sauerstoff in der Probe misst. Daraus errechnet sich, wie viel Kohlendioxid abgeatmet wird. Die Untersuchung erfolgt entweder auf dem Laufband oder auf dem Fahrrad- bzw. Ruderergometer. Es gibt bereits sehr kompakte Geräte, die für Feldtests genutzt werden können. Die Bestimmung der anaeroben Schwelle basiert bei der Spiroergometrie auf mehreren Parametern: Respiratorischer Quotient (Verhältnis von O2- Aufnahme und CO2-Abgabe), Atemäquivalent (Verhältnis von Ventilation zu O2-Aufnahme), Ventilation, Sauerstoffpuls (O2-Aufnahme im Verhältnis zur Herzfrequenz). Die Empfehlungen geben ebenfalls eine Herzfrequenz für die unterschiedlichen Trainingsbereiche vor.