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Das Kurzkonzept der Klinik für Orthopädische und Traumatologische Rehabilitation im Rehabilitationszentrum Oldenburg (ambulant und stationär)

Seit Jahrzehnten werden in der Bundesrepublik Deutschland Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt. Innerhalb der Rehabilitations-Diagnosen nehmen die Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates mit einem Anteil von 40 % eine herausragende Stellung ein.

Das Rehabilitationszentrum verfügt über eine gute Verkehrsanbindung durch die gegebenen Verkehrsstrukturen einschließlich der Buslinie 312 mit direkter Verbindung zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und dem Hauptbahnhof Oldenburg sowie Autobahnanbindung. Durch die gute Anbindung ergibt sich ein umfangreiches Einzugsgebiet, das ein ausreichendes Rehabilitationsaufkommen sichert, um ein qualifiziertes Rehabilitationsteam vorzuhalten und eine effektive Rehabilitation durchzuführen. Die orthopädische Klinik ist für 60 ambulante und für 20 stationäre Rehabilitationsplätze ausgelegt.

Die Rehabilitationseinrichtung ist barrierefrei eingerichtet und damit rollstuhlgerecht, entsprechende Umkleideräume und behindertengerechte Nasszellen sind im ambulanten Bereich vorhanden, die Umgebung der Einrichtung ist ebenfalls rollstuhlgerecht.

Durchgeführt werden Leitungen zur medizinischen Rehabilitation sowie Anschlussheilbehandlungen (§40 Abs. 1 SGB V) für Versicherte der Krankenkassen und Rehabilitationsbehandlungen einschließlich Anschlussheilbehandlung (AHB) nach § 15 SGB VI. Das ambulante Rehabilitationszentrum führt ebenfalls Rehabilitationsmaßnahmen für die Berufsgenossenschaften (EAP) durch. Mit dem IRENA-Programm (Intensivierte REhabilitationsNAchsorge der Bfa) und der Erbringung ambulanter Heilmittel besteht ein weiteres ambulantes Angebot mit dem Vorteil der therapeutischen Konstanz.

Indikationen

Rehabilitationsmaßnahmen erfolgen für nachstehende orthopädische Indikationen:

  • Weiterbehandlung nach:
    • sämtlichen operativen Eingriffen an der Wirbelsäule
    • Endoprothesen
    • operativen Eingriffen bei degenerativen, entzündlichen oder stoffwechselbedingten muskuloskeletalen Krankheiten
    • rheuma-chirurgischen Eingriffen
    • operativ oder konservativ versorgten Frakturen des gesamten Bewegungsapparates
    • Gliedmaßenverlusten
    • operativ oder konservativ behandelten Verletzungsfolgen des Bewegungsapparates (z. B. Gelenkluxationen, Sehnen- und Bandrupturen, Nervenläsionen)
  • bandscheibenbedingte Erkrankungen und andere degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule (z. B. Discopathien, Spondylarthrosen)
  • Knochenstoffwechselkrankheiten (z. B. Osteoporose)
  • primäre und sekundäre Arthrosen der peripheren Gelenke
  • funktionelle Störungen des Bewegungsapparates
  • angeborene Krankheiten durch Fehlbildung, Fehlstatik oder Dysfunktion des Bewegungsapparates

Ausschlusskriterien für eine ambulante Behandlung liegen vor bei:

  • fehlender Wegefähigkeit (z. B. bei mangelnder Stabilität der Bewegungsorgane nach Fraktur oder Luxation oder bei Schmerzprogression)
  • Multimorbidität oder bestehender Notwendigkeit ständiger pflegerischer und ärztlicher Betreuung
  • Begleiterkrankungen, die ambulant nicht ausreichend behandelt werden können
  • schweren psychiatrischen Erkrankungen oder mangelnder psychischer Belastbarkeit (z. B. Psychose, Suchtmittelabhängigkeit)
  • Notwendigkeit der zeitweiligen Entlastung und Distanzierung aus dem sozialen Umfeld

Bei gegebener Notwendigkeit sollte eine stationäre Behandlung erfolgen. In der stationären orthopädischen Rehabilitation sind tagsüber ein Arzt und eine Pflegekraft für die Patienten zuständig. Somit ist eine individuelle, persönliche Betreuung möglich. Weitgehende Selbsthilfefähigkeit ist dennoch erforderlich.

Medizinisch inhaltliches Konzept

Das Ziel der ambulanten Rehabilitation verfolgt unter Berücksichtigung des ganzheitlichen Ansatzes die Beseitigung und Minderung von Funktions- und Fähigkeitsstörungen sowie die Verbesserung eingetretener Einschränkungen der Teilhabe an unterschiedlichen Lebensbereichen.

Das Rehabilitationsteam setzt sich aus folgenden Berufsgruppen zusammen:

  • Ärzte
  • klinische Psychologen
  • Physiotherapeuten
  • Ergotherapeut
  • Sportlehrer/-therapeut
  • Sozialarbeiter
  • Ernährungswissenschaftlerin/Diätassistentin
  • Masseure und medizinische Bademeister
  • Arzthelferin
  • Ärztlicher Schreibdienst/Mitarbeiterin an der Patienteninformation

Die Grundlagen des medizinischen Konzeptes und des Stellenplans entsprechen den "Rahmenempfehlungen zur ambulanten Rehabilitation bei muskuloskeletalen Erkrankungen vom 21. Oktober 2000" (BAR-Richtlinien).

Für die orthopädische rehabilitationsspezifische Diagnostik stehen ein Sonographiebereich und ein isokinetischer Messplatz zur Verfügung. Die weitere apparative Diagnostik ist im Rahmen der festen Kooperation mit dem Rehabilitationszentrum Oldenburg (Kardiologie/Neurologie) und den Trägerhäusern gewährleistet. Insbesondere durch die Anbindung an das Rehabilitationszentrum ergeben sich optimale Betreuungsmöglichkeiten in einem interdiziplinären Reha-Team.

Nach der Aufnahme erfolgt die Erstellung des Rehabilitationsplans unter Absprache des Rehabilitationsziels mit dem Rehabilitanden. Der Rehabilitationsverlauf und die zielgerichtete Anpassung des Reha-Plans werden in wöchentlichen Teamsitzungen mit den verschiedenen Berufsgruppen erörtert. Fachärztliche Visiten erfolgen bedarfsorientiert, mindestens einmal pro Aufenthalt.

Es besteht folgendes therapeutisches Angebot:

  • Krankengymnastik einschließlich Lagerung und Versorgung mit entsprechenden Mobilitätshilfen und Üben in alltagsrelevanten Situationen, Durchführung indikationsbezogen überwiegend in Form einer Einzelbehandlung, ergänzt durch Übungen in Kleingruppen
  • Übungen im Bewegungsbad
  • Physikalische Therapie (Massagen, Hydro-, Wärme-, Kälte- und Elektrotherapie)
  • Ergotherapie einschließlich Gelenkschutz
  • Hilfsmitteltraining
  • Selbsthilfetraining
  • Medizinische Trainingstherapie, gerätegestützte Therapie
  • Ernährungsberatung und praktische Umsetzung in Form von Lehrküchenveranstaltungen
  • Psychologische Beratung und Behandlung, PMR (= Progressive Muskelrelaxation) nach Jacobson
  • Belastungserprobung, Arbeitstherapie einschließlich Arbeitsplatzanalyse
  • Rehabilitationsfachberatung
  • Sozialberatung, Leistungserschließung
  • krankenpflegerische Betreuung, z. B. subkutane Injektionen
  • Patientenschulungen und -informationen über muskuloskeletale Erkrankungen, relevante Begleiterkrankungen und allgemeine Gesundheitsbildung/Prävention durch die verschiedenen Berufsgruppen
  • Gesundheitsbildung, Gesundheitstraining
  • Angehörigenberatung und -anleitung

Nach der Rehabilitation und Entlassungsuntersuchung wird der Entlassungsbrief mit abschließender Beurteilung zur Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben und im Alltag unter Bezugnahme auf die Kontextfaktoren erstellt. Hierin erfolgen weitere Empfehlungen über weiterführende Leistungen zur Sicherung des Rehabilitationserfolges (z. B. Rehabilitationssport, Funktionstraining).